Emotionale Intelligenz – Erfolgreicher durch Hinhören über Zuhören

Sandra

Sandra

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die emotionale Intelligenz viel höher einzuschätzen ist als der reine IQ eines Menschen oder seine Erfahrung im beruflichen Kontext. Und man lernt ja durch Schmerz sehr gut, weshalb wir dir unser Learning diesbezüglich nicht vorenthalten wollen. Gelitten hast du hoffentlich schon.

Emotional intelligent ist, wer seine innere (unerwünschte) Reaktion auf Situationen zeitverzögert oder garnicht im körperlichen Außen ausagieren kann, die Emotionen Anderer wahrnehmen, verstehen und beeinflussen kann. Dies ist also ein Zusammenspiel von Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung und Planung einer Zukunft.

(…Emotionale Intelligenz ist ein von John D. Mayer (University of New Hampshire) und Peter Salovey (Yale University) im Jahr 1990 eingeführter Terminus. Er beschreibt die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle (korrekt) wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. … Wikipedia; Literatur: EQ. Emotionale Intelligenz, Buch von Daniel Goleman)

Was hat dir, nur beim Lesen der ersten Zeilen, dein innerer Sprecher schon alles gesagt? Welche Bilder sind dir da spontan hochgekommen? Viel Bestätigung? Erinnerungen? Emotionen?

Unter allem was irgendwie mit einem selbst oder mit anderen Menschen im Umgang falsch läuft liegt letztendlich im Unbewussten. Wer bin ich? Hast du dir diese Frage schon mal gestellt? Im Zentrum unseres Leben-Erlebens stehen wir selbst. Dadurch, dass wir aus diesem Gesicht schauen, mit diesem Körper um uns herum alles stattfindet, kommen wir aus der zuerst einmal körperlich zentralisierten Nummer nicht raus. Diese Sicht auf die Welt sagt ganz klar: ich bin im Zentrum. Und das kindliche Ego, das aus dem Überlebenstraining der Kleinheit (Kind=kleiner Körper), entsteht, wird, oder sagen wir so ist es geplant, nach der Bewusstwerdung des Ichs (Teenagerphase), überwunden. Nun gibt es kaum jemanden, der sagen kann, in seinem Leben ist total alles glatt gegangen. Abwesende Eltern, Missbrauch der Emotionen oder schlimmer, Tod und Verderben ereilen jeden in der einen oder anderen Form. Schlimm oder auch nur leicht. Die Schwere dessen wird wirklich sehr individuell wahrgenommen. Nichts destotrotz, kaum jemand kommt vollkommen heil aus dieser Sache raus und der Rest des Lebens bleibt das Streben zum ursprünglichen perfekten Sein zurück. Der Körper wächst und wir altern uns rein zählerisch zu Erwachsenen. Und da sind wir nun. Ein Konglomerat von Werkzeugen (Gene und Talente), Erfahrungen und Bilder von der Zukunft und sitzen hier in diesem Meeting.  

Die Historie von Bewusstsein zur Erwachsenwerdung ist in etwa so (ganz ganz simplifiziert)

Baby/Kleinkind = ist

Kind = ich bin

Teenager = DAS bin ich und das ist die Umwelt

Erwachsener = DAS bin ich in Bezug auf die Umwelt

Dies wirklich als ganz grobe Cluster und auch nur zum Verständnis des Themas und ggf. für sich selbst und im weiteren Verlauf des Artikels für die Anderen. Sie verlaufen auch sehr smooth und viel komplexer.

Nun eine Frage, die sich wohl jeder, der in irgendeiner Firma schon mal gearbeitet hat, also mit anderen Menschen, gestellt hat ist: Warum wird es immer kompliziert, wenn Menschen zusammentreffen? Kommunikationsdefizite gibt fast jede Firma als Ursache für Scheitern oder Verluste an. Warum ist das so? Wie kann man denn Kommunikation nun letztendlich auch verbessern?

Der allererste Schritt, den wir als Unternehmen auch gehen mussten, ist: nicht die Verbesserung von was gesagt wird, sondern die Verbesserung von wie etwas gehört wird.

Was passiert denn bei Kommunikation?

Nun sitzt man da in diesem Meeting, mit all seinen Gedanken, Erinnerungen die in der persönlichen Geschichtscloud und im Emospeicher vorhanden sind. Nun gibt es Menschen, die durch die eben oben beschriebenen Prägungen gewisse Vorlieben für Funktionsweisen haben. Manchen nennen das Muster. Davon hast du sicher schon gehört.

Ein Hauptteil, quasi der Hauptprozessor von Kommunikation, wurde von den eigenen Eltern und dem Familienleben und anhängige Erfahrungen programmiert. Die Muttersprache ist also mehr als die Art Worte zu formen. Aber auch hier hört man die Art der Familiensprache heraus. Das lässt sich nur schwer korrigieren. Katharina Witt ist da ein Beispiel. Eine tolle Chemnitzerin, und ich finde das super, dass man das auch noch hört.

Aber zurück zur Kommunikation. Es wird also durch die Eltern/Familie geprägt, wie man spricht und hört und welche Rolle man einnehmen muss. Also auch die Verhaltensmuster, die mit der Kommunikation verbunden sind. Dies will ich nicht vertiefen. Hat nun jemand in der Kindheit viel Klage, Auftrag und Ermahnung gehört, wird dieses „Ohr“ fixiert. Dieses Ohr? Ja, es gibt 4 verschiedene Ohren durch die man hören kann.

Erkenntnis: wir hören durch vier verschiedene Ohren. Genauer müsste es heißen: sei dir bewusst, durch welches Ohr du hörst! Das löst dir nicht deine Probleme psychologischer Art, aber es hilft dir, Kollegen oder Vorgesetzte aus der zumeist elterlich verquickten Rolle zu entfernen. Der Apell oder im schlimmeren Fall das Beziehungsohr sind im betrieblichen Kontext zumeist nicht die ersten Ohren, durch die gehört werden sollte. Also welche Ohren gibt es denn jetzt?

Friedemann Schulz von Thun prägte das Kommunikationsquadrat/das Vier-Ohren-Modell und dies ist inzwischen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreitet.

So teile ich eine Äußerung mit:

  • eine Sachinformation (worüber ich informiere) 
  • eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe)
  • einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe)
  • einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte)
 

Da die Persönlichkeit und die oben beschriebene Cloud so sehr unterschiedlich sind, kann man das ohne Absprache kaum richtig dekodieren. Eigenen Glaubenssätze über sich selbst, Erfahrungen liegen als magnetische Filter oder manchmal auch Katalysatoren zwischen Ohr und Gehirn. Mein Ohr steuert, was ich höre. Der Sender ist verantwortlich für das was er sagt, aber ich bin verantwortlich für wie und was ich höre! Hier sind also beide gleich verantwortlich.

Deshalb: macht es klar! Schaff Klarheit über was du sagst, oder was du hörst. Die Anforderung an Kollegen oder Mitarbeiter, diesen Schritt zu gehen und Kommunikation transparenter zu machen, wird viel helfen. Für Führungskräfte ist das ein ganz wichtiges Tool, da gerade in der hierarchischen Situation Erwartung, Kindsein, Mann-und-Frausein Kommunikation Gespräche enorm färben und unterschiedlichste Ergebnisse auf beiden Seiten produzieren können.

Grundsätzlich ist im Firmenkontext meistens nur der Sachinhalt relevant. Hast du als Führungskraft Menschen in der Verantwortung, die empfindlicher reagieren als andere, dann mache genau das vor jeden Gespräch klar. Wichtig ist natürlich immer eine wertschätzende Art und Weise, sodass sich das Gegenüber nicht vorgeführt fühlt.

Eine präzise und klare Sprache, die auf genaue Ohren abzielt und das Ergebnis des Gepräches lenkt, ist das A und O und von Führungskräften anzustreben. Bei Menschen, die lange miteinander arbeiten und sich kennen, ist das natürlich eher weniger nötig. Zumeist gibt es eine eigene Sprache mit Codes und gemeinsamen Bildern, die mit Sprache und Erinnerung verknüpft ist.

Es ist also ein erster Schritt zur Emotionalen Intelligenz, Emotion und Intelligenz zu verstehen und separat betrachten und ansteuern zu können. Hier am Beispiel des präzisen Hörens.

Achtung, narzisstische Personen oder auf andere Weise psychologische Abweichler haben über viele Jahre hinweg genau gelernt, die Ohren der notwendigen Opfer zu sehen und diese in hilfreicher Art anzusprechen. Deshalb empfehle ich jeder Führungskraft, sich ein Basiswissen über Psychologie anzueignen. Aber das ist ein Thema für einen anderen Blogbeitrag.

Zum vier Ohren Modell gibt es ausreichend viel Literatur, weshalb ich das hier nicht ausführlich ausführe. Aber das ist für uns und auch für Kunden von uns, der erfolgreichste und effizienteste Schritt in eine bessere Kommunikation. Denn es verhindert Konflikte, Missverständnisse und es erzeugt fühlbar erfolgreiche Meetings und Gespräche.

„Das geht jetzt nur in das Sachohr, auch wenn es nach passiver Aggression klingt.“

„War da jetzt eine Botschaft an unsere zwischenemenschliche Beziehung enthalten?“

Sind Fragen, die wir stellen, die legitim geworden sind und unklare Situationen entschärfen.

Wichtig ist, das immer wieder zu thematisieren, denn wie mit allen neuen Gewohnheiten, muss es erst genau das werden. Eine Gewohnheit. In den Umsetzungserfolg spielen auch starke und schwache Charaktere, die Akzeptanz deiner Rolle als Führungskraft und vieles mehr hinein.

Viel Erfolg beim Ausprobieren.

Sandra Kothe

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